Karriere – was ist das?

Karriere – das klingt nach Hosenanzug, straffer Frisur, Brille auf der Nase, Aktenkoffer unter dem Arm, ein Headset im Ohr und niemals ein Lächeln.
Dazu ein eigenes Büro. Mindestens drei Mitarbeiter, ein toller Kaffeevollautomat, randvolle Terminkalender, ein ständig klingelndes Telefon, arbeiten bis spät in die Nacht …

STOPP!

Ja, genau das ist für manch einen Karriere. Das mag für Frauen (und Männer) gelten, die sonst keine anderen Hobbys haben, deren Kinder rausgewachsen sind oder für die das Familienleben keine Option ist.

Für mich ist das, was da oben steht, der blanke Horror. Zumindest in meiner heutigen, jetzigen Situation. Ja klar, ich arbeite auch gern mal bis in die Nacht hinein, wenn mich ein Thema sehr beschäftigt – und das ist nicht unbedingt eine Seltenheit. Aber bei dem obigen Szenario – wo bleibe ich?

Was ist Karriere für mich?

Meine Karriere im Internet habe ich angefangen, als mein erstes Kind geboren wurde. (Nahezu) jede Mama weiß, dass das Geld in der Elternzeit schnell knapp werden kann. Da sind die Windeln, Babykleidung (obwohl ich diese gern gebraucht kaufe, wegen der Umwelt zuliebe und da dort die Schadstoffe bereits ausgewaschen sind). Kinderwagen, Kinderbett, Unternehmungen (Zoo ect.) und dann drückt die Zeit im Nacken. Du weißt: In einem Jahr musst du wieder arbeiten gehen.
Hinzu kam, dass es zu der Zeit nahezu unmöglich war, einen Kindergartenplatz zu erhaschen. Das Elterngeld lief aus – was tun?

Eine Arbeit von zuhause musste her. Und dort begann ich zu grübeln, was ich wirklich wollte.

Meine Traumkarriere sah so aus:

– ein halbwegs stabiles Einkommen
– Arbeitszeiten, wie ich sie brauche. Wenn ein Kind krank ist, darf ich auch mal fern bleiben
– Meine Kreativität ausleben
– Leute anleiten (was ich vorher schon im Job gemacht hatte)
– Damit Menschen helfen können
– Nicht mehr in diesem ewigen Hamsterrad gefangen zu sein, diesen Spagat zwischen Karriere und Familie meistern zu müssen

Nach dem zweiten Kind verschärfte sich die Situation noch einmal und ich musste mein gesamtes Business über den Haufen werfen und von vorn anfangen. Denn plötzlich hatte ich noch weniger Zeit. Jeden Abend Tränen – auf meiner Seite, 7 Tage die Woche die Nächte durchgemacht – bis ich nicht mehr konnte.

Meine Karriere passte schlichtweg nicht mehr zu mir.

Heute ist sie für mich richtig, genauso, wie sie ist. Wie es in 2-3 Jahren aussieht, wenn meine Kinder größer sind, das weiß ich heute noch nicht genau. Aber es wird sich mit der Zeit zeigen und dann werde ich die Karriere wieder meinen Bedürfnissen anpassen. Nicht anders herum. Nie wieder lasse ich mir von einem Job mein Leben bestimmen!

Und du?

Wenn du noch ganz am Anfang stehst, überlege dir genau, wie für dich deine Karriere aussehen soll. Auf welche Punkte legst du besonders wert? Was bist du bereit zu geben, was zu schaffen? Setze dir realistische Ziele.
Doch setze sie niemals zu tief!

 

Ich habe einen 3-Stufen-Plan für mich entwickelt:

1. Stufe – ganz oben:
Dahin will ich, das will ich schaffen – in einem Tag, in einer Woche, in einem Monat

2. Stufe – Mitte, die »für-mich-noch-okay«-Stufe.
Das ist die erste Stufe, nur in abgespeckter Version.
Wenn ich in einem Monat z.B. 30 Beiträge schreiben will, aber nur 20 schaffe, kann ich mich damit abfinden. Ich ärgere mich nicht (mehr) darüber. Es ist okay.

3. Stufe – meine »Looser-Stufe«
Statt 30 Beiträgen nur 10 geschafft oder andere Ziele überhaupt nicht angeschaut.
Darüber ärgere ich mich dann wirklich und setze diese Aufgaben ganz oben auf die neue Tages-/Monats-Liste

Für mich hat sich dieses System bewährt, so verliere ich keine Aufgaben mehr aus den Augen. Und über alle Konsequenzen bin ich mir im Klaren. Doch das Hamsterrad ist weg. Ich laufe, weil ich meine persönlich gesteckten Ziele erreicht habe. Und nicht, weil es mir jemand anderes vor gibt.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.